DFB-Nachwuchsliga: Lübeck mit Moral
JFV Lübeck dreht Rückstand und gewinnt 3:2 gegen Halle
Der JFV Lübeck hat sein letztes Heimspiel der Saison in der DFB-Nachwuchsliga U19 trotz frühem Rückstand gewonnen. Am vorletzten Spieltag setzte sich die Mannschaft von Trainer Berkan Algan mit 3:2 gegen den Halleschen FC durch, nachdem es zur Pause 0:1 gestanden hatte. Sportlich hatte die Partie für beide Teams keine Auswirkung mehr: Beide standen bereits vor dem Anpfiff als Absteiger fest.
Nach frühem Rückschlag kommt Lübeck über die Mentalität ins Spiel
Der Beginn verlief aus Lübecker Sicht ungünstig. Romeo Trinko brachte die Gäste in der 8. Minute in Führung, zur Halbzeit lag der JFV 0:1 zurück. Den Wendepunkt beschrieb Trainer Berkan Algan später vor allem über die Reaktion seiner Mannschaft und die Arbeit der vergangenen Tage: „Nach dem Pokalsieg war erstmal auch viel psychologische Arbeit gefragt. Die Mannschaft hat das aber hervorragend angenommen und heute unglaublich viel Moral und Charakter gezeigt.“
Algan ordnete den Rückstand zugleich sportlich ein. Lübeck sei zunächst nicht gut ins Spiel gekommen und habe „verdient“ hinten gelegen. Gleichzeitig betonte er, sein Team habe sich nach rund 20 Minuten stabilisiert und sei dann „klar die bessere Mannschaft“ gewesen. In seiner Analyse nannte er vor allem drei Faktoren, die den Umschwung getragen hätten: konsequentes Pressing, gutes Umschaltverhalten in beide Richtungen und eine deutlich erhöhte Intensität in den Zweikämpfen.
Die Tore fallen in Lübecks starker Phase
Dass Lübeck seine besseren Minuten erst nach der Pause auch auf die Anzeigetafel brachte, passt zum Spielverlauf.
Taylan Batur traf in der 67. Minute zum 1:1-Ausgleich. Kurz darauf kippte die Partie endgültig: Lens Mbouendeu erzielte in der 71. Minute das 2:1 und legte in der 81. Minute das 3:1 nach. Innerhalb weniger Minuten wurde aus dem Rückstand eine Führung mit zwei Toren Vorsprung.
Halle verkürzte zwar noch einmal, als William Seel in der 90. Minute zum 3:2 traf. Am Heimsieg des JFV änderte das jedoch nichts mehr.
Tabelle ohne Bedeutung – Signalwirkung vor dem Saisonfinale
In der Tabelle bleibt Lübeck trotz des Erfolgs Sechster: 13 Spiele, 13 Punkte und 23:52 Tore. Der Hallesche FC steht mit 16 Punkten auf Rang fünf (32:30 Tore). Weil beide Teams bereits als sichere Absteiger feststanden, war das Ergebnis für die Platzierung folgenlos – für Lübeck aber dennoch mehr als eine Randnotiz.
Algan verwies nach Abpfiff auch auf den mentalen Kontext der Vorwoche. Das Pokalfinale habe „noch etwas nachgewirkt“, sagte er, und hob die Reaktion seiner Mannschaft hervor: „Deshalb freut mich die heutige Reaktion der Mannschaft umso mehr. Das war wirklich eine richtig gute Leistung.“ Zugleich richtet sich der Blick auf das letzte Saisonspiel in Bielefeld. Dort muss Lübeck laut Trainer ohne Yannic und Adam auskommen, die gegen Halle jeweils ihre fünfte Gelbe Karte gesehen haben.
Der Abstieg steht fest, die sportliche Bilanz bleibt hart. Doch im letzten Heimspiel zeigte Lübeck nach frühem Rückstand eine klare Antwort – getragen von einer stabileren Spielanlage nach der Anfangsphase und einer Schlussphase, in der die beste Phase der Partie auch im Ergebnis sichtbar wurde.

